Unternehmenssanierung – Ablauf (Beispiel)

Phase 1 Unternehmenssanierung Liquidität sichern (1 bis 2 Wochen)

Arbeitsinhalte

  • Vorliegen Insolvenzantragsgründe prüfen,
    • Zahlungsunfähigkeitsprüfung,
      • Liquiditätsstatus (Finanzstatus) aufstellen,
      • Liquiditätsbilanz aufstellen,
      • Liquiditätsplanung ausarbeiten, bei Bedarf integrierte Finanzplanung (Ertrags-, Vermögens-, Liquiditätsplanung) aufbauen,
    • drohende Zahlungsunfähigkeit prüfen,
      • Liquiditätslücke, Zahlungsstockung per Liquiditätsstatus, Liquiditätsbilanz ausschließen
      • Aufrechterhaltung Zahlungsfähigkeit Prognosezeitraum laufendes, folgendes Geschäftsjahr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen,
      • andernfalls Prüfung Überschuldungssituation,
    • Überschuldungsstatus (Überschuldungsbilanz) aufstellen, Reinvermögen berechnen,
      • Fortbestehensprognose ausarbeiten,
      • wenn negativ rechnerische Überschuldung überprüfen,
  • gegebenenfalls Beseitigung Insolvenzgründe
  • liquiditätssichernde Maßnahmen einleiten, dabei
    • Stillhalten Kreditgeber (Banken, Kreditinstitute), Eigenkapitalgeber sicherstellen,
    • sofern Kreditgeber (Banken, Kreditinstituten), Eigenkapitalgebern Sanierungsgutachten mit Sanierungskonzept nach IDW S6 fordern: Überbrückungsfinanzierung sicherstellen,
  • wesentliche Turnaround-Hebel identifizieren, abstimmen.

Ergebnis:

  • Liquiditätssituation, Vermögenssituation transparent,
  • Insolvenzantragspflicht geklärt,
  • grundsätzliche Hebel zur Unternehmenssanierung definiert,
  • erste (finanzwirtschaftlichen) Sanierungsmaßnahmen realisiert.

Phase 2 Unternehmenssanierung vorbereiten (4 bis 8 Wochen)

Arbeitsinhalte

  • erste Sanierungsmaßnahmen umsetzen,
  • Gewinn-, Verlustentwicklung, Deckungsbeiträge, Cash-Flow nach Geschäften analysieren,
  • Werteerzeuger, Wertevernichter ermitteln,
  • Verlustursachen qualifizieren, quantifizieren,
  • Markt-, Wettbewerbsposition je Geschäft ermitteln, strategische Position ableiten,
  • Kernprozesse, Kernfunktionen, Aufbauorganisation bewerten, Maßnahmen zur Optimierung, Neuausrichtung planen,
  • Leitbild des sanierten Unternehmens entwickeln, verabschieden,
  • Sanierungs-, Restrukturierungskonzept erarbeiten, entscheiden, dabei beispielsweise
    • Personalmaßnahmen vorbereiten, Sozialplan, Interessenausgliche mit Betriebsrat verhandeln, vereinbaren,
    • außergerichtlichen Schuldenvergleich, Schuldenschnitt, Verzichte mit Gläubigern verhandeln, vereinbaren,
    • Verkauf nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte planen,
    • Anforderungen zur Reduzierung Komplexität bestehende (geplante) Produkte definieren,
    • Konzentration auf objektiv wirtschaftliche Geschäftsfelder, nötige Tätigkeiten – Möglichkeiten Auslagerung Wertschöpfung (Outsourcing) ermitteln,
    • Möglichkeiten Reduzierung Working Capital definieren (Forderungen eintreiben, Verbindlichkeiten strecken, Bestände senken),
    • mit Kreditgebern (Fremdkapitalgeber, teils Eigenkapitalgebern) Finanzierung Sanierung verhandeln, realisieren, beispielsweise
      • Höhe Kreditlinien,
      • Reduzierung Finanzierungskosten, Kapitaldienst (Zins, Tilgung),
      • Umschuldung kurzfristig auf langfristig (Tilgungsstreckung), Ziel Fristenkongruenz,
      • Zinsverzichte, Tilgungsverzichte,
      • Freigabe Sicherheiten,
      • qualifizierten Rangrücktritt,
      • Verzicht auf Kapitalforderungen,
      • Umwandlung Kreditforderungen (Fremdkapital) in Eigenkapital (Debt Equity Swap),
      • Wandlung Kreditforderungen in Genussrechtskapital,
      • Sanierungskredit,
    • wenn möglich frisches Kapital, stilles Kapital einwerben,
  • wenn gefordert: IDW S6 Sanierungsgutachten erstellen.

Ergebnis:

  • zahlungsfähiges, sanierungsfähiges Unternehmen,
  • erforderliche Rangrücktrittsvereinbarungen, Forderungsverzichte mit Besserungsschein bei Gesellschafterdarlehen, Darlehen Finanzierer,
  • erste Ergebnisse umzusetzender Sanierungsmaßnahmen, feststellbar bei Betriebsergebnis, Liquidität,
  • Transparenz Verlustursachen (Ursache, jeweiliger Verlustbeitrag vergangenes, laufendes Geschäftsjahr, Maßnahmen zur zukünftigen Vermeidung),
  • Leitbild (zukünftiges) Unternehmen,
  • Maßnahmenplan zur Unternehmenssanierung (Sanierungsplan),
  • integrierte Finanzplanung (Sanierungsplanung) mit Ertragsplanung (GuV-Planung), Vermögensplanung (Bilanzplanung), Liquiditätsplanung,
  • Aussagen zu Wettbewerbsfähigkeit, Renditefähigkeit, Sanierungsfähigkeit,
  • Aussage für Kreditgeber zur Kapitaldienstfähigkeit,
  • wenn gefordert: IDW S6 Sanierungsgutachten.

Phase 3 Unternehmenssanierung umsetzen (6 bis 18 Monate)

Arbeitsinhalte:
Umsetzung Unternehmenssanierung (beispielhaft)

  • Sanierungsplan, -ziele, -maßnahmen der Belegschaft kommunizieren,
  • Sanierungsteam besetzen,
  • Projektmanagement installieren,
  • Projektcontrolling einführen,
  • Sanierungsprozess führen,
  • internes Berichtswesen Geschäftsführung, Abteilungsleiter, Anteilseigner sicherstellen,
  • externes Berichtswesen (Reporting) Kreditgeber sicherstellen,
  • leistungswirtschaftliche Maßnahmen im Detail definieren, umsetzen,

je Geschäft, beispielsweise

    • Neumaschinen (Komplettmaschinen, containergängige Kits),
    • Komponenten (Handel, Eigenfertigung),
    • Gebrauchtmaschinen (Inzahlungnahme, Handel ohne, mit Modernisierung (Refurbishment)),
    • After-Sales,
      • Ersatzteile (Handel, Eigenfertigung),
      • Service, Kundendienst (Reparatur / Instandhaltung, Inspektion / Wartung, Garantieleistungen),
    • Finanzierung (Mietkauf, Leasing),
    • Vermietung,

über gesamte Wertschöpfungskette, beispielsweise

    • Entwicklung, Versuch,
    • Vertrieb,
    • Kalkulation,
    • Konstruktion (inklusive Auftragskonstruktion),
    • Einkauf,
    • Disposition,
    • Produktion,
      • Arbeitsvorbereitung,
      • Mechanische Fertigung,
      • Blechfertigung,
      • Schweißerei,
      • Montage (Vormontage, Endmontage),
      • Lackierung,
      • Abnahme,
      • Materialwirtschaft, Logistik mit
        • Lager,
        • Zuschnitt,
    • Service / Kundendienst,
      • Ersatzteillager,

sowie bei Zentralfunktionen, beispielsweise

    • Unternehmensentwicklung
    • Finanzen, Rechnungswesen, Controlling,
    • Organisation,
    • Prozesse,
    • Informationstechnik IT,
    • Personal,
    • Marketing, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit,
    • Innovation,
    • Produktmanagement,
    • Strategischer Einkauf,
    • Strategische Materialwirtschaft, Logistik,
    • Qualitäts-, Umweltmanagement,
    • Facility Management,
  • finanzwirtschaftliche Maßnahmen im Detail erarbeiten, umsetzen,
  • führungsorganisatorische Maßnahmen im Detail planen, umsetzen,
  • gesellschaftsrechtliche Maßnahmen im Detail planen, umsetzen.

Ergebnis:

  • leistungsfähiges, aktives Krisen-, Sanierungsmanagement,
  • effizientes, transparentes, glaubwürdiges Berichtswesen,
  • Liquidität gesichert,
  • stabiler Cashflow,
  • EBITDA, ROCE auf Zielkorridor,
  • Vertrauen bei Kreditgebern, Kunden, Lieferanten zurückgewonnen,
  • Freiheitsgrade bei Kapitalbeschaffung (wieder) hergestellt.

St

Phase 4 Unternehmenssanierung absichern (1 bis 2 Jahre)

Arbeitsinhalte:

  • Umsatzpotenziale, Ergebnispotenziale Kerngeschäfte ausschöpfen,
  • Kerngeschäfte gezielt erweitern,
  • Produkte, Leistungen mit hohem Wachstums-, Ergebnispotenzial gezielt ausbauen, weiterentwickeln,
  • neue Märkte erschließen.

Ergebnis:

  • attraktive Geldanlage für Anteilseigner, Kapitalgeber,
  • profitables, verkaufbares Unternehmen.

Mehr zu dieser Phase bei Wachstum.

Mehr zum Thema
Mehr zu TWI
Weiterführende Informationen

TWI – Unternehmenssanierung, Restrukturierung, Turnaround

Sanierungsberatung, Interim Management

Sie sind Geschäftsführer, Gesellschafter, Vorstand, Zulieferer, Gläubiger, Kreditinstitut, Kreditversicherung, Investor?

  • Die Firma hat akute Liquiditätsprobleme, ist in schwieriger Liquiditätslage, hat wiederholt einen Liquiditätsengpass?
  • Kreditlinien sind ausgeschöpft, Kreditgeber fordern Sanierungsmaßnahmen, gar ein Sanierungsgutachten?
  • Sie suchen eine Unternehmensberatung, Interim Manager zur Abwendung der Liquiditätskrise, zur Unternehmenssanierung?
  • Sie haben Fragen beispielsweise zu folgenden Themen?
insolvenzrechtliche Fortführungsprognose
  • Überprüfung Zahlungsunfähigkeit,
    • Abgrenzung Zahlungsstockung, Zahlungseinstellung,
    • Methoden Zahlungsunfähigkeitsprüfung:
      • frühzeitig anhand Indizien, Hinweisen,
      • betriebswirtschaftlich anhand Liquiditätsstatus, Liquiditätsbilanz, Liquiditätsplanung,
        • dabei Bewertung fälliger, ernsthaft eingeforderter Verbindlichkeiten,
      • wirtschaftskriminalistisch anhand Beweisanzeichen,
  • Überprüfung bilanzielle, rechnerische Überschuldung,
    • per Überschuldungsbilanz (Überschuldungsstatus),
      • bei positivem Reinvermögen Liquidation zu Liquidationswerten möglich,
        • Liquidierung zur Netto-Einzelveräußerungswerten,
        • Veräußerung zu Fortführungswerten,
        • Zerschlagung zu Zerschlagungswerten,
      • andernfalls Insolvenzantragspflicht.
Sicherstellung Liquidität
  • Unternehmensinsolvenz vermeiden,
  • Ursachen Insolvenz beseitigen,
  • Einleitung notwendige Maßnahmen zur Wiederherstellung Zahlungsfähigkeit,
  • Liquiditätsmanagement.
Unternehmenssanierung
  • Erstellung Sanierungsgutachten gemäß IDW Standard Anforderungen an Sanierungskonzepte (IDW S6),
  • Erarbeitung Sanierungsmaßnahmen, beispielsweise zur
  • langfristig tragfähigen, strategischen Neuausrichtung,
  • Sicherstellung Geschäftsbetrieb Kerngeschäftsfelder,
  • Entwicklung Kernkompetenzen, Kompetenzen,
  • Umsetzung notwendiger, organisatorischer Anpassungen,
  • Prozessoptimierung,
  • Senkung Kosten Personal, Material, sonstigem betrieblichen Aufwand,
  • Reduzierung Working Capital,
  • Schließung, Verlagerung Standorte, Werke,
  • Verhandlung Gläubiger Schuldenschnitt, Schuldenerlass, Forderungsverzicht,
  • Beurteilung Wettbewerbsfähigkeit, Renditefähigkeit, Sanierungsfähigkeit, für Banken erforderlich: Durchfinanzierung, dauerhafte
  • Kapitaldienstfähigkeit,
  • Umsetzung Sanierungsplan,
  • Sanierungsmanagement,
  • Bewältigung Sanierungsprozess,
  • Controlling Umsetzung Sanierungsmaßnahmen,
  • Unternehmensrestrukturierung,
  • Präventiver Restrukturierungsrahmen.
Handelsrechtliche Fortführungsprognose
  • Abkehr von der Regelvermutung (Fortführungsprinzip) und Notwendigkeit insolvenzrechtliche Fortführungsprognose, wenn
    • keine Gewinnen in der Vergangenheit erwirtschaftet, stattdessen (mehrjährig) Verluste,
    • kein einfacher Zugang zu finanziellen Mitteln,
    • kein ausreichendes oder negatives Eigenkapital,
      • insbesondere, wenn keine Möglichkeit zur Auflösung stiller Reserven.
  • Klärung rechtliche, tatsächliche Gegebenheiten, die gegen Fortführung Unternehmenstätigkeit sprechen anhand TWI-Checkliste, beispielsweise
    • wirtschaftliche Schwierigkeiten,
    • Indizien für Insolvenzreife,
      • beispielsweise Indizien für Zahlungseinstellung,
  • Abstimmung Ergebnis mit Steuerberater,
  • Ergebnis in die handelsrechtliche Fortführungsprognose einbeziehen.
IInsolvenz

Alternative zur Unternehmenssanierung.

  • Zulässige Zahlungen bei Insolvenzreife,
  • gemeinsam mit Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht:
    • Prüfung Insolvenz als Sanierungsweg,
    • Auswahl Insolvenzverfahren (Regelinsolvenz-, Planinsolvenz-, Schutzschirm-, Eigenverwaltungsverfahren ESUG),
    • Erstellung Insolvenzplan,
    • Vorbereitung Insolvenzantrag.
  • Übertragende Sanierung per Asset Deal – Übertragung Anlagevermögen, Umlaufvermögen auf neuen Rechtsträger (Auffanggesellschaft).

TWI – Unternehmenssanierung, Restrukturierung, Turnaround

Sanierungsberatung, Interim Management

TWI führt keine Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Rechtsberatung, Insolvenzberatung, Insolvenzverwaltung durch. Mandanten nutzen das TWI-Partner-Netzwerk:

  • Steuerberater, Wirtschaftsprüfer für Beratung zu Buchhaltung, Steuern, steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, Jahresabschluss,
  • Rechtsanwälte, Fachanwälte für Insolvenzrecht, Insolvenzverwalter: juristischen Rat für höchstrichterliche Rechtsprechung Insolvenzordnung, Insolvenzreife, Insolvenzantragspflicht, mögliche Insolvenzverfahren (Regelinsolvenz, Insolvenzplanverfahren, Schutzschirmverfahren, Eigenverwaltung ESUG), Insolvenz, Beratung Privatpersonen bei Verbraucherinsolvenz, beispielsweise zu Restschuldbefreiung,
  • Rechtsanwälte, Fachanwälte für Steuerrecht, Steuerstrafrecht,
  • Rechtsanwälte, Fachanwälte für Strafrecht für juristische, strafrechtliche Beratung, Begleitung bei Insolvenzdelikten, beispielsweise Insolvenzverschleppung.
  • Rechtsanwälte, Fachanwälte für weitere Rechtsgebiete, wie zum Beispiel Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Wirtschaftsrecht.

TWI – Unternehmenssanierung, Restrukturierung, Turnaround

Sanierungsberatung, Interim Management

Foto von Peter Hauk, Ansprechpartner für Unternehmenssanierung bei TWI

Ansprechpartner

Peter Hauk
Inhaber, Geschäftsführer
TWI Management Projekte GmbH, Starnberg

Telefon: 08151 / 44 666-0
E-Mail: info@twi-mp.de