Produktivitätssteigerung

Produktivitätssteigerung – Beispiel: Umstellen Drucksteuerung auf Zugsteuerung – Push auf Pull

Auf Basis des unter Komplexitätsmanagement exemplarisch dargestellten Produktentstehungs-, -herstellungsprozess – kurz PEHP – für Unternehmen mit kundenspezifischer Einmalfertigung, Variantenfertigung und Montage – kurz kundenspezifischer Auftragsfertigung, -montage – nachfolgend ein Projektbeispiel zur Produktivitätssteigerung 1 durch Umstellen Drucksteuerung auf Zugsteuerung – Push auf Pull – exemplarisch dargestellt im Fahrzeugbau.

Produktivitätssteigerung – Aufgabenstellung, Zielsetzung

Aufgabenstellung

  • Zug-Steuerung bei A-Fahrzeugen einführen, dazu Umstellen Drucksteuerung auf Zugssteuerung, damit
    • Produktivität steigern,
    • Durchlaufzeit reduzieren,
    • Bestände senken,
    • zugesagte Liefertermine sicherstellen,
    • Konventionalstrafen umgehen.

Ziel

  • Produktion hält alle Liefertermine ein. Dazu Montagesteuerung, Änderungsmanagement, Fertigungssteuerung, Personalsteuerung unter Anwenden Zugprinzip auf Material, Dokumentationen, Personal aufeinander abstimmen.

Im Fahrzeugbau – aber auch in anderen Branchen mit kundenspezifischer Auftragsfertigung, -montage – ist dies durch Bearbeiten, Abstimmen folgender, vier Module möglich:

  • Montagesteuerung,
  • Änderungsmanagement,
  • Fertigungssteuerung,
  • Personalsteuerung.

Je Modul nachfolgend die jeweiligen Ausgangsituationen, Verbesserungsmaßnahmen, Arbeitsergebnisse. Jede Verbesserungsmaßnahme beinhaltetet mehrere Arbeitspakete, -schritte, die hier im Einzelnen nicht dargelegt sind – gern auf Anfrage.

Produktivitätssteigerung – Umstellen Drucksteuerung auf Zugsteuerung – Modul 1: Montagesteuerung

Ausgangssituation

  • Immer wieder Änderungen Montageauftrags während Auftragsdurchlauf,
  • keine fahrzeug-, auftragsbezogene Vorausschau zu noch fehlenden technischen Dokumentationen, noch nicht verfügbaren Eigenfertigungs-, Kaufteilen im ERP-System,
  • kein gezieltes Vermeiden von Störungen,
  • unzureichendes Synchronisieren Montagereihenfolge, Fertigungssteuerung,
  • Prognose Montagefortschritt fehlt,
  • zugesagte Liefertermine nicht gehalten.


Maßnahmen

  • Montagereihenfolge bilden, feinterminieren,
  • Verfügbarkeitsprüfung Material, Ressourcen erweitern,
  • Montageauftrag veranlassen, überwachen,
  • Auftragsdurchlauf Montage simulieren,
  • Vorgelagerte Bereiche koordinieren.


Arbeitsergebnisse

  • Montagereihenfolge unter Berücksichtigung voraussichtlicher Teileverfügbarkeit, Liefertermin, Dokumentationsstand planbar,
  • planmäßige Montagefolge ohne Störungen aufgrund technischer Änderungen, Fehlteile sichergestellt,
  • Eintreffzeitpunkt Fahrzeug pro Station dynamisch, kontinuierlich prognostizierbar,
  • Überwachen, Einhalten Auslieferungstermin optimiert.

Produktivitätssteigerung – Umstellen Drucksteuerung auf Zugsteuerung – Modul 2: Änderungsmanagement

Ausgangssituation

  • Immer wieder schnell zu bearbeitende Änderungen, Chefaufträge,
  • Unklarheiten wegen mangelnder Auftragsklärung,
  • Änderungen nach Fertigungsbeginn, Montagebeginn,
  • unzureichendes Synchronisieren Montage, Änderungsabwicklung,
  • jeder am Kundenauftrag Beteiligte kann Änderungsantrag stellen – Freigabeprozess unklar,
  • Änderungsbearbeitungsstatus im ERP-System nicht abrufbar,
  • unklar, welche Änderungen zu welchem Fahrzeug gehören.


Maßnahmen

  • Datenbasis für Änderungscontrolling aufbauen,
  • Änderungen klassifizieren,
  • Änderungsfall bestimmen, fallspezifische Verbesserungsmaßnahmen einleiten,
  • Änderungsinformationssystem aufbauen, implementieren.


Arbeitsergebnisse

  • Fahrzeugbezogenes Controlling fehlender Dokumentationen realisiert,
  • vollständige technische Dokumentation zum Bedarfstermin bereitgestellt,
  • Ablauforganisation zur Reaktion auf Änderungen verbessert.

Produktivitätssteigerung – Umstellen Drucksteuerung auf Zugsteuerung – Modul 3: Fertigungssteuerung

Ausgangssituation

  • Fertigungs-, Auslagerungs-, Beschaffungsaufträge ohne direkten Bezug zu Fahrzeugen,
  • Stücklistenänderungen nach Linienaufnahme bleiben von Nettobedarfsermittlung im ERP-System unberücksichtigt,
  • stark wachsende Linienbestände,
  • manuelles Stornieren entfallener Stücklistenpositionen oft vernachlässigt.

Maßnahmen

  • Kombinierte Druck-, Zugsteuerung aufbauen,
  • Reichweitenermittlung einführen,
  • Fahrzeugbezogenes Fehlteilecontrolling einführen,
  • Verbrauchssteuerung Kleinteile, Normteile einführen, anpassen.

Arbeitsergebnisse

  • Fehlteile reduziert, (möglichst) richtige Bestände,
  • Reichweitenermittlung zur Vorausschau Teileversorgung erarbeitet,
  • Fertigungsaufträge anhand tatsächlicher Bedarfstermine Montage gesteuert,
  • 100 Prozent Teileverfügbarkeit sichergestellt.

Produktivitätssteigerung – Umstellen Drucksteuerung auf Zugsteuerung – Modul 4: Personalsteuerung

Ausgangssituation

  • Keine verlässliche Vorausschau, wann sich welches Fahrzeug in welchem Montagezustand beziehungsweise Montageabschnitt, Montageort befindet,
  • kein pro Montagestation beziehungsweise pro Montageabschnitt, -ort gültiges, fahrzeugtypspezifisches und -variantenspezifisches Beschreiben der Arbeitsumfänge der verschiedenen Fahrzeuge.

Maßnahmen

  • Werkereinsatz nach Zug-Prinzip steuern,
  • Personaleinsatzcontrolling aufbauen, implementieren.

Arbeitsergebnisse

  • kurzfristiger Personalbedarf ermittelbar unter Berücksichtigung
    • realer Montagereihenfolge,
    • unterschiedlicher fahrzeugtypspezifischer, -variantenspezifischer Arbeitsinhalte verschiedener Fahrzeuge.

Produktivitätskennzahlen zur Messung, Optimierung, Steigerung von Leistung, Produktivität in der Produktion

Kennzahlen zur Produktivität, gemessen als

  • Produktivität gleich Erbrachte Leistungsmenge durch Zeit (Stunden, Tage, Monate, Jahre) 2,
  • Produktivität gleich Ausbringungsmenge (Output) durch Einsatzmenge (Input) 3

sind zum Beispiel

  • Produktivität Produktion gleich Summe Ist-Stunden (Fertigungsaufträge, Montageaufträge) durch Summe Anwesenheitszeit (direkte Fertigungsmitarbeiter, direkte Montagemitarbeiter), dabei
    • Ist-Stunden aus der Betriebsdatenerfassung BDE, zum Beispiel aus SAP PP Modul (Produktionsplanung),
    • Daten Personal aus der Zeiterfassung, zum Beispiel aus SAP HCM Modul (Human Capital Management, Personalwirtschaft) 4,
  • Produktivität Produktion gleich Produzierte Gutstücke durch Zahl eingesetzter Mitarbeiter 5,
  • Produktivität Produktion gleich Produzierte Gutstücke durch Summe Arbeitsstunden 5,
  • Produktivität Produktion Mitarbeiter gleich Produktivminuten durch Anwesenheitszeit 5.

Kennzahlen zur Arbeitsproduktivität sind zum Beispiel

  • Arbeitsproduktivität Produktion gleich Summe aus Soll-Zeiten und Summe Planrüstzeiten durch Summe Anwesenheitszeiten gewerblicher Mitarbeiter, dabei
    • Anwesenheitszeit ohne Urlaub, Krankheit,
    • gewerbliche Mitarbeiter inklusive Aushilfen, Leiharbeiter, Mitarbeiter von Kostenstellen-Funktionen, zum Beispiel Einrichter, Selbstrüster, Lager, Transport, Bediener, Werkzeuglager,
    • Summe Soll-Zeiten als Summe aller abgearbeiteten Soll-Vorgabezeiten; Meldung erfolgt durch Mitarbeiter am BDF mit gefertigter Stückzahl,
    • Summe Planrüstzeiten als Summe aller abgearbeiteten, geplanten Rüstzeiten; Rüstzeitenermittlung durch Aufsummierung, statt Meldung 6,
  • Arbeitsproduktivität gleich Wertschöpfung durch Anzahl Arbeitsstunden 7,
  • Arbeitsproduktivität gleich Wertschöpfung durch Anzahl Arbeitnehmer 7,
    • wobei Wertschöpfung vereinfachend definiert als Umsatz plus minus Bestandsveränderungen minus Materialaufwand minus Fremdleistungen 2.
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Produktentstehungsprozess

Weiterführende Informationen

TWI – Management-Partner für Sanierung, Restrukturierung, Turnaround

Beratung, Interim Management

Sie sind Mitglied der Geschäftsführung, Gesellschafter, Vorstand, Aktionär, Lieferant, Gläubiger, Bank, Investor?
Sie haben Fragen zum Beispiel zu folgenden Themen?

Steigerung Produktivität, Reduzierung Durchlaufzeit

Zum Beispiel durch Einführung synchrones Produktionssystem 8, durch

  • Ordnung, Sauberkeit herstellen,
  • Produktion nivellieren, glätten, Bestände eliminieren,
  • Einzelstückfluss (one piece flow) einführen, Puffer mit Mindestbestand standardisieren, Störungen anzeigen, beispielsweise Werkzeugwechsel, Umrüsten, Maschinendefekte visuell, akustisch signalisieren,
  • Fließfertigung Linie einführen, Reduzierung Durchlaufzeiten, Maschinen anordnen, Reduzierung Puffer, Mitarbeiter qualifizieren, Störungen anzeigen,
  • Losgrößen verkleinern, Umrüstzeiten verkürzen, Lager eliminieren, Transport in Produktionsfluss integrieren,
  • Adressen, Stellflächen organisieren, dazu Teile, Standorte kennzeichnen, Warenhäuser einführen, Verpackung, Behältersysteme Bedürfnissen anpassen, Fahrwege, Fluss kennzeichnen,
  • in Taktzeit produzieren,
  • Stückzahlen managen, dazu Stückzahlen, Fertigungsdauer visualisieren, kontrollieren,
  • Arbeit standardisieren,
  • Qualität kontrollieren, gewährleisten,
  • Gesamtanlageneffektivität erhöhen, Instandhaltung verbessern,
  • Kanban einführen 8,

dabei

  • Werke, Werksstruktur optimieren,
  • Produktionsanlagen effektiver, effizienter nutzen, veraltete Produktionsanlagen ersetzen,
  • Führung, Funktionen, Organisation, Prozesse, Informationstechniksysteme anpassen,
  • notwendige Fähigkeiten Mitarbeiter trainieren.
Weitere Möglichekiten zur Produktivitätssteigerung

Beispielsweise

  • Produktivität steigern durch Kaizen,
  • Steigerung Produktivität durch Vermeidung Verschwendung,
  • Erhöhung Produktivität durch Messung, Analyse, Verbesserung Prozesse (KVP, Prozessoptimierung)
  • Erhöhung Produktivität mit Wertstromanalyse, Wertstromdesign,
  • Erhöhung Produktivität, Kostensenkung durch Komplexitätsmanagement, Komplexitätsreduzierung Produktentwicklung,
  • Erhöhung Produktivität, Kostensenkung durch Variantenmanagement.

TWI – Management-Partner für Sanierung, Restrukturierung, Turnaround

Beratung, Interim Management

TWI führt keine Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Rechtsberatung, Insolvenzberatung, Insolvenzverwaltung durch. Mandanten nutzen das TWI-Partnernetzwerk aus

  • Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern,
  • Rechtsanwälten, Fachanwälten für
    • Insolvenzrecht, Insolvenzverwalter,
    • Steuerrecht, Steuerstrafrecht,
    • Strafrecht,
    • weitere Rechtsgebiete, beispielsweise Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Wirtschaftsrecht.

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Foto von Peter Hauk, Ansprechpartner für Produktivitätssteigerung bei TWI

Ansprechpartner

Peter Hauk
Inhaber, Geschäftsführer
TWI Management Projekte GmbH, Starnberg

Telefon: 08151 / 44 666-0
E-Mail: info@twi-mp.de

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